Zubringer Halten: Kantonaler Nutzungsplan liegt öffentlich auf

Nach Abschluss des Mitwirkungsprozesses zur Linienführung des Zubringers Halten hat der Regierungsrat im Herbst 2014 den Variantenentscheid gefällt und das Vorprojekt in Auftrag gegeben. In einem nächsten Schritt erfolgt nun die öffentliche Auflage als planungsrechtliche Voraussetzung für das Projektgenehmigungsverfahren. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung haben Kanton und Gemeinde am 25. Januar über den Nutzungsplan informiert.

Nach der Durchführung des Höfner und Freienbacher Dialogs 2011/12 stand fest, dass die mitwirkende Bevölkerung den Vollanschluss Halten zur Verkehrsentlastung in den Höfen klar priorisiert. Das Bundesamt für Strassen ASTRA als zuständige Bauherrin zeigte sich bereit, den Autobahnanschluss Halten zum Vollanschluss auszubauen. Dies unter der Voraussetzung, dass der Kanton Schwyz gleichzeitig einen leistungsfähigen Zubringer realisiert.

Mitwirkungsprozess für Linienführung 2014
wurde durch den Kanton und die Gemeinde Freienbach ein Mitwirkungsprozess initiiert. Bis zu 100 direkt und indirekt Betroffene haben sich während mehreren Veranstaltungen intensiv mit der Linienführung des Zubringers befasst und dabei zwei Varianten priorisiert: eine mit Hochbrücke und Anschluss an die Wilenstrasse und eine mit Tunnel und Anschluss an die Wolleraustrasse.

Dem Regierungsrat und dem Gemeinderat Freienbach war es wichtig, den endgültigen Entscheid auf der Basis einer soliden Grundlage zu fällen. Deshalb liess das kantonale Baudepartement als Zwischenschritt einen vertieften Variantenvergleich erarbeiten. Der Auftrag an die Planer beinhaltete auch die Optimierung der zu überprüfenden Linienführungen unter Berücksichtigung der Rückmeldungen aus dem Mitwirkungsprozess.

Entscheid für offene Linienführung
Das Resultat des Variantenvergleichs zeigte auf, dass die Tunnel-Variante gegenüber der Variante mit offener Linienführung im Bereich Umwelt besser abschneidet – jedoch nicht in einem Ausmass, welches die über vier Mal höheren Bau- und Unterhaltskosten rechtfertigt.

Im Herbst 2014 haben sich der Schwyzer Regierungsrat und der Gemeinderat Freienbach übereinstimmend für die Variante der offenen Linienführung entschieden, worauf der Regierungsrat das Vorprojekt in Auftrag gegeben hat. Zudem wurde beschlossen, dass gleichzeitig mit dem Bau des Zubringers auf der Leutschen- und der Schindellegistrasse flankierende Massnahmen wie zum Beispiel Tempoeinschränkungen oder Einschränkungen für den Schwerverkehr geprüft werden sollen.

Die Vernehmlassung des Vorprojekts «Offene Linienführung Zubringer Halten» wurde bei den Behörden des Kantons, der Gemeinde Freienbach sowie dem ASTRA im Februar 2016 abgeschlossen. Das Vorprojekt wird zusammen mit dem kantonalen Nutzungsplan orientierend öffentlich aufgelegt.

Optimierung des Vorprojekts
Die Linienführung hat sich gegenüber der vor zwei Jahren präsentierten Lösung nicht verändert. Der Verkehr wird vom und zum Autobahnanschluss Halten über die Wilenstrasse vorbei am Sportplatz Chrummen, der Industriezone und Schulanlage Schwerzi in die Kantonsstrasse geführt. Die Neubaustrecke erstreckt sich auf 1,3 Kilometer. Bei der Ausbaustrecke Wilen-/Wolleraustrasse (1,2 Kilometer) ändert die Trägerschaft, sie wird neu eine Kantonsstrasse, die Schindellegistrasse wird zu einer Gemeindestrasse abklassiert. Optimiert wurde das Projekt im Bereich Chrummen. Anstelle der geplanten Brücke von 91 Metern Länge wird ein landschaftsverträglicher Damm geschüttet. Die Kosten für die offene Linienführung, inkl. flankierende Massnahmen, werden gemäss Vorprojekt auf 44 Millionen Franken veranschlagt (Kostengenauigkeit +/- 30 Prozent). Die Realisierung erfolgt ab 2025.

Kantonaler Nutzungsplan «Zubringer Halten»
Gemäss dem kantonalen Strassengesetz unterstehen Hauptstrassen der Planungshoheit des Kantons. Mit dem kantonalen Nutzungsplan «Zubringer Halten, Freienbach» werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das nachgeordnete Projektgenehmigungsverfahren geschaffen. Zweck des Nutzungsplans ist die Sicherung des benötigten Raums für eine übergeordnete Nutzung als Strasse. Bei der Neubaustrecke beinhaltet dies das Trassee mit der Verkehrszone und den Anpassungszonen, inklusive Nebenanlagen und Anschlüssen.

Die Wilen-/Wolleraustrasse ist nicht Bestandteil des Nutzungsplans, da es sich um den Ausbau einer bestehenden Strasse handelt und somit keine Raumsicherung notwendig ist. Vom Gesetz abweichende Strassenabstände können im Projektgenehmigungsverfahren mit Baulinien festgelegt werden. Mit den Grundeigentümern wurden erste Gespräche geführt.

Planungsarbeiten für «Vollanschluss Halten» gestartet
Bauherrin des «Vollanschluss Halten» ist das Bundesamt für Strassen ASTRA. Otto Noger, Chef Infrastrukturfiliale Winterthur, hat im Rahmen der Informationsveranstaltung über den Stand des Projekts informiert. Der Start für das Generelle Projekt ist im Dezember 2016 erfolgt und die Evaluierung einer Bestvariante für den Vollanschluss im Bereich Halten ist im Gange. Geplant ist, dass das Generelle Projekt «Vollanschluss Halten» im Jahr 2020 durch den Bundesrat genehmigt werden kann. Die weitergehende Planung sowie Realisierung beider Projekte «Zubringer und Vollanschluss Halten» sind anschliessend verfahrensrechtlich sowie zeitlich aufeinander abzustimmen.

Öffentliche Auflage Kantonaler Nutzungsplan «Zubringer Halten»: 27. Januar – 27. Februar 2017 Gemeindehaus Schloss, Unterdorfstrasse 9. 8808 Pfäffikon

Öffnungszeiten: Montag 8.30 – 11.30 und 14.00 – 19.00 Uhr, Dienstag – Donnerstag 8.30 – 11.30 Uhr und 14.00 – 16.30 Uhr, Freitag 07.00 – 11.30 Uhr, Nachmittag geschlossen

Kontakt: Landammann Othmar Reichmuth, Telefon: 041 819 25 00