Zubringer Halten: Tunnellösung bevorzugt

Das Bundesamt für Strassen ASTRA ist weiterhin bereit, den Vollanschluss Halten zu realisieren. Bedingung ist der gleichzeitige Bau eines leistungsfähigen Zubringers. In einem dreiteiligen Mitwirkungsprozess haben direkt und indirekt Betroffene über die Linienführung diskutiert. Die Mehrheit setzt sich für eine Tunnellösung ein.

Der Mitwirkungsprozess für den Zubringer Halten geht auf die Höfner und Freienbacher Dialoge in den Jahren 2011 und 2012 zurück. Die Bevölkerung hatte damals dem Autobahnvollanschluss Halten höchste Priorität eingeräumt. Das kantonale Baudepartement lud darauf direkt und indirekt betroffene Personen ein, gemeinsam über die Linienführung des Zubringers zu diskutieren: Grundeigentümer, Stockwerkeigentümer, Pächter, Anwohner, Vereinsvertreter, Parteien und Verbände. Seit Januar 2013 tagte das Mitwirkungsgremium drei Mal. Zuletzt haben mitte Mai rund 80 Personen an der Schlussveranstaltung teilgenommen.

Kapazitätsengpass beseitigen

Der Vorsteher des kantonalen Baudepartements, Regierungsrat Othmar Reichmuth, konnte den Abend mit einer erfreulichen Nachricht eröffnen. Das Bundesamt für Strassen ASTRA ist weiterhin bereit, den Vollanschluss Halten zu realisieren. Unter welchen Bedingungen dies geschehen soll, erklärte Otto Noger, Chef der ASTRA-Filiale Winterthur: Der Bund baut den Vollanschluss nur, wenn der Kanton Schwyz gleichzeitig die Kapazitätsengpässe auf dem untergeordneten Strassennetz beseitigt.

Ein etappiertes Vorgehen fällt damit ausser Betracht. Einige Teilnehmer des Mitwirkungsprozesses hatten vorgeschlagen, zuerst den Vollanschluss zu realisieren und erst zu einem späteren Zeitpunkt den Zubringer zu verwirklichen. Regierungsrat Othmar Reichmuth bestätigte, dass die Schindellegistrasse als Zubringer zur Autobahn bereits heute sehr gut ausgelastet ist. Bei laufend zunehmendem Verkehr beträgt die Leistungsreserve heute noch rund 10 Prozent, was für eine zukunftsgerichtete Lösung keine Basis ist.

Zwei Varianten in der engeren Wahl

Im Verlauf des Mitwirkungsprozesses kristallisierten sich für den Zubringer Halten aus mehreren Dutzend Vorschlägen zwei mehrheitsfähige Varianten heraus: V1 mit Hochbrücke und Anschluss an die Wilenstrasse (ca. 19 Millionen Franken) sowie V4 mit Tunnel und Anschluss an die Wolleraustrasse (ca. 90 Millionen). Eine weitere Variante (V2) wurde lange mitfavorisiert, dann aber ausgeschieden, weil ein Teilstück an der Sportanlage Chrummen entlangführt.



In einer engagierten Diskussion wurden Vor- und Nachteile der beiden Varianten V1 und V4 gegeneinander abgewogen. Für V1 sprechen primär die vergleichsweise niedrigen Kosten. Für V4 sprechen der Landschaftsschutz und die geringere Lärmbelastung. In der verkehrlichen Wirkung unterscheiden sich die beiden Varianten laut Verkehrsingenieur Guido Rindsfüser, Emch+Berger, kaum.



Die Mehrheit sprach sich zuletzt für die Tunnellösung aus. Der Zubringer sei als Generationenwerk zu verstehen, wurde argumentiert: Der Erhalt von Lebensqualität und Landschaftsbild wiege die Mehrkosten auf. Manche Votanten wünschten allerdings, dass in der Variante V4 der direkte Anschluss an die Kantonsstrasse via Eichholz geprüft werden soll. Damit könnte der Ortsteil Pfäffikon zusätzlich entlastet werden.

Zubringer statt Umfahrung

Mehrfach wurde betont, dass durch diese Lösung das Verkehrsproblem in Pfäffikon wenigstens teilweise entschärft werde. So sei es leichter zu verschmerzen, wenn die Umfahrung nicht realisiert werde, die mit rund 270 Millionen Franken veranschlagt wurde. Wird dieses Geld gespart, sei die Finanzierung des Zubringers eher realistisch, wurde gesagt.



Nach der kontrovers aber fair geführten Diskussion beschlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Othmar Reichmuth eine Empfehlung zu Handen des Gesamtregierungsrates mit auf den Weg zu geben. Der Regierungsrat wird ersucht, Variante V4 weiterzuverfolgen. In der Ausarbeitung des Projekts sollen dabei folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Anschluss Kantonsstrasse in Tunnel an Kreisel Wolleraustrasse
  • Anschluss Kantonsstrasse in Richtung Pfäffikon (Eichholz)
  • Leistungsfähigkeit Anschluss Nationalstrasse nachweisen

Ausserdem soll die Realisierung der flankierenden Massnahmen vor dem Bau des Zubringers rechtlich, technisch und finanziell sichergestellt werden.

Mehrere Hürden zu nehmen

Othmar Reichmuth versprach, das Anliegen ernst zu nehmen und es dem Gesamtregierungsrat zu unterbreiten. Er zeigte Verständnis für den Wunsch einer Tunnellösung, gab aber auch zu bedenken, dass die Realisierung auf verschiedenen Ebenen scheitern kann. Neben dem Gesamtregierungsrat gelte es auch, den Kantonsrat vom Vorhaben zu überzeugen, der letztlich über den Kredit bestimmt. Den Entscheid des Regierungsrates stellte Reichmuth für den Herbst in Aussicht.

Im Mitwirkungsprozess für den Zubringer Halten kristallisierten sich zuletzt zwei Varianten heraus: V1 und V4. Die Mehrheit der Beteiligten sprach sich zuletzt für V4 und damit für eine Tunnellösung aus.