Vier Varianten für den Zubringer Halten

In einem Mitwirkungsprozess soll für den Zubringer Halten eine mehrheitsfähige Linienführung entwickelt werden. Am Montag, 11. März, präsentierten die Planer den rund 100 beteiligten Bürgerinnen und Bürgern den Zwischenstand ihrer Arbeit.

Im Mitwirkungsprozess «Zubringer Halten» wird es konkret. Nachdem die Planer an einer ersten Veranstaltung Mitte Januar mit den unterschiedlichsten Vorschlägen und Erwartungen der Bevölkerung konfrontiert worden sind, stehen inzwischen vier mögliche Varianten fest. Dabei wurden die eingegangenen Anregungen aus dem Mitwirkungsprozess geprüft und in die weitere Planung einbezogen.

In ihrer Arbeit haben sich die Fachleute des Planungsbüros Emch+Berger an den Nachhaltigkeits-Indikatoren für Strasseninfrastrukturprojekte (NISTRA) orientiert. Hierbei handelt es sich um ein schweizweit anerkanntes und bewährtes Instrument, das die Beurteilung von Strasseninfrastrukturprojekten unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele ermöglicht. NISTRA basiert auf dem «Ziel- und Indikatorensystem Nachhaltiger Verkehr» des UVEK und bewertet ein Projekt anhand von 39 Indikatoren aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Zu diesen Indikatoren gehören beispielsweise das Kosten-/Nutzenverhältnis oder die Umweltbelastung.

Vier Varianten zur Diskussion

Auf diese Weise sind von den zahlreichen ursprünglichen Varianten vier Varianten als Grundlage für die weitere Diskussion übrig geblieben. Bauningenieur Guido Rindsfüser von Emch+Berger stellte sie am Montag, 11. März, an der zweiten Veranstaltung des Mitwirkungsprozesses im Gemeinschaftszentrum Freienbach vor. Sämtliche Varianten führen zum geplanten Vollanschluss Halten. Variante 1 beinhaltet auf einer Gesamtlänge von 1150 Metern ein 200 Meter langes Tunnelbauwerk sowie eine 100 Meter lange Brücke; der Zubringer schliesst an die Wilenstrasse an.

Variante 2 und 3 führen über 1500 bzw. 950 Meter zum Anschlusspunkt Chrummen, wobei Variante 3 ein 250 Meter langes Tunnelteilstück sowie ein ebenso langes Brückenteilstück umfasst. Variante 2 kommt ohne Kunstbauten aus. Auf einer Strecke von 1500 Metern führt Variante 4 derweilen zur Wolleraustrasse. Davon werden 600 Meter unterirdisch geführt.

Über die Vorschläge der Ingenieure wurde eingehend diskutiert. Moderator Jürg Dietiker wollte von den rund 100 Anwesenden wissen, welche Variante besonders sinnvoll ist und was verbessert werden kann. In einer Gruppenarbeit wurden die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen. In der Diskussion zeigte sich, dass Variante 3 wohl keine Mehrheit finden wird. Der Eingriff ins Landschaftsbild wurde als besonders problematisch bezeichnet. Die anderen drei Varianten sollen jedoch – unter Berücksichtigung der zahlreichen Rückmeldungen – bis zur nächsten Veranstaltung des Mitwirkungsprozesses weiterbearbeitet werden.

Flankierende Massnahmen nötig

Allgemein herrschte in der Diskussion die Meinung vor, dass der Zubringer Halten als Generationenwerk betrachtet werden muss. Man war sich aber einig, dass der Zubringer alleine die gewünschte Verkehrsentlastung nicht erzielt: Ein besonderes Augenmerk soll daher den flankierenden Massnahmen gelten. In der Diskussion wurde zudem verschiedentlich die Meinung geäussert, dass der Zubringer bis zur See- bzw. Kantonsstrasse verlängert werden soll: Man erinnerte an den sogenannten Waldisberg-Tunnel, der in der Richtplanung der Gemeinde Freienbach angedacht ist.

Etappiertes Vorgehen problematisch

An der ersten Veranstaltung des Mitwirkungsprozesses wurde der Wunsch nach einem etappierten Vorgehen geäussert. Demnach sollte zuerst der Vollanschluss Halten realisiert werden und erst später - nach einer Beobachtungsphase – der Zubringer. Regierungsrat Othmar Reichmuth nahm an der zweiten Veranstaltung dazu Stellung. Er geht davon aus, dass das Bundesamt für Strassen ASTRA als Bauherrin des Vollanschlusses einen solchen Weg kaum unterstützen wird. Ohne Zubringer nimmt das Verkehrsaufkommen auf der Schindellegistrasse stark zu – bei beschränkter Leistungsreserve. Generell stellt das ASTRA den Nutzen des Vollanschlusses ohne Zubringer in Frage: Die Entlastungswirkung sei zu gering und wirke sich kontraproduktiv auf das untergeordnete Strassennetz aus.

Mitte Mai geht der Mitwirkungsprozess weiter. Dann findet eine dritte Veranstaltung statt, zu der wiederum alle direkt oder indirekt betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen sind: Grundeigentümer, Stockwerkeigentümer, Pächter, Anwohner, Vereinsvertreter, Parteien und Verbände. Über den Stand der Planungsarbeiten wird die Bevölkerung schliesslich an einer Informationsveranstaltung ins Bild gesetzt, die noch vor den Sommerferien stattfinden soll.

Im Mitwirkungsprozess zum Zubringer Halten stellten die Planer vier verschiedene Varianten zur Diskussion.