Endspurt beim Freienbacher Dialog

43 Freienbacherinnen und Freienbacher trafen sich am 12. Juni im Gemeinschaftszentrum zur zweiten Veranstaltung des «Freienbacher Dialogs». Mit der dritten und öffentlichen Veranstaltung «Tag der offenen Baustellen» am 23. Juni wird der Dialog vorerst abgeschlossen.

Am zweiten Dialogabend unter Leitung des Moderators Dieter Achtnich und Fachbegleiter Elmar Schnellmann wurden zuerst die Inputs der ersten Veranstaltung zuhanden der Behörden vorgestellt und durch die Teilnehmenden überprüft. Darauf folgte das erste Schwerpunktthema des Abends: die Entlastung der Churerstrasse - mit oder ohne Umfahrung Pfäffikon. Anschliessend richtete sich der Fokus auf den Zubringer Halten und seine Wirkung auf die Wilen- und Leutschenstrasse.

Churerstrasse – mit oder ohne Umfahrung

Zuerst hat Roger Leitner vom kantonalen Tiefbauamt über die Auswirkungen des Projekts «Umfahrung Pfäffikon» informiert. Heute fahren täglich 22'000 Fahrzeuge durch die Churerstrasse, ohne Umfahrung werden es im Jahre 2025 rund 25'000 sein. Der Anteil des Durchgangsverkehrs liegt je nach Betrachtungsperimeter zwischen 30 bis 50 Prozent. Die Umfahrung Pfäffikon zeigt gemäss Kanton nach wie vor die beste Wirkung, um die Churerstrasse zu entlasten: Der ganze Durchgangsverkehr und ein Teil des Ortsverkehrs wird über sie abgefangen. Zudem bringt die Umfahrung eine wesentliche Verbesserung der Verbindungen für den öffentlichen Verkehr und erleichtert signifikant den Langsamverkehr. Nach Vorstellung des Trassees und der Knotenpunkte erklärte Leitner die Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr und die Massnahmen zugunsten des Langsamverkehrs. Visualisierungen und Modelle ermöglichten den Teilnehmenden, sich ein Bild über die Eingriffe an den verschiedenen Standorten zu machen. Die Pläne und Visualisierungen werden auch am «Tag der offenen Baustellen» präsentiert.

Danach stellte Hugo Gwerder vom Tiefbauamt des Kantons Schwyz erstmals das Konzept „Corso“ vor, als Alternative zur Umfahrung Pfäffikon. Der Verkehr könnte über einen Grosskreisel zwischen dem Kreisel Huob und der Abzweigung ins Unterdorf geleitet werden. Diese Lösung bedingt den Bau einer Spange West. Abgesehen von der Umfahrung, stellt das Konzept «Corso» die effizienteste aller Lösung dar, die durch das Baudepartement evaluiert wurden. Gwerder betonte aber, dass das Konzept «Corso» das Dorfzentrum viel weniger entlastet als die Umfahrung - insbesondere im östlichen Abschnitt der Churerstrasse, zwischen den Kreiseln Huob und Schweizerhof. Auch das Konzept «Corso» wird am 23. Juni der Bevölkerung vorgestellt.

Viele Fragen zum Teilzonenplan Zentrum Pfäffikon

Der zweite Teil des Abends war einer ausführlichen Information über die Teilzonenplanung Zentrum Pfäffikon gewidmet, mit anschliessender Gruppendiskussion. Präsentiert hat die Teilzonenplanung Ivo Kuster, Büro Remund + Kuster, Pfäffikon. Ziel des Teilzonenplans ist es, eine geordnete Bautätigkeit im Dorfzentrum nach Ablauf der bis April 2013 laufenden Planungszone im Zentrum zu sichern. Im Zentrum von Pfäffikon wird - mit oder ohne Teilzonenplan - weiter gebaut: Zwei Drittel des Zentrums sollen in den nächste Jahren aus- oder umgebaut werden. Mit dem Teilzonenplan werden unter anderem die Anzahl Parkplätze gegenüber der heutigen Regelung reduziert. Damit kann die Anzahl der Pendlerfahrten in der neuen Zentrumszone herabgesetzt werden. Zudem sind im Teilzonenplan 55% Freiflächen sowie eine maximale Ausnützungsziffer von 1,5 pro Überbauungseinheit vorgeschrieben.

Ohne Teilzonenplanung tritt nach Ablauf der Planungszone das heutige Baureglement wieder in Kraft. Dieses erlaubt das Bauen nach Grenzabstand, ohne Freiflächen und mit viel mehr Parkplätzen pro Überbauung. Anlässlich der Gruppendiskussion zeigte sich, dass bei den Teilnehmenden noch sehr viele Fragen offen sind, insbesondere in Bezug auf Umfang und Wirkung des Teilzonenplans. Diese Fragen werden am «Tag der offenen Baustellen» beantwortet.

«Tag der offenen Baustellen» am 23. Juni

Am «Tag der offenen Baustellen» im Schulhaus Steg in Pfäffikon werden die Auswirkungen der verschiedenen Projekte vorgestellt: Zubringer Halten, Umfahrung Pfäffikon, Churerstrasse mit oder ohne Umfahrung, das alternative Projekt «Corso» sowie das städtebauliche Konzept und die Teilzonenplanung. Beantwortet werden zudem die noch offenen Fragen vom «Freienbacher Dialog». Vor Ort anwesend sind Behörden und Fachleute, um die Fragen zu den verschiedenen Projekten zu beantworten. Um 11.15 Uhr wird eine Podiumsdiskussion zum Thema Teilzonenplanung statt finden. Um 12.30 Uhr nimmt der neue Gemeindepräsident Daniel Landolt und Regierungsrat Othmar Reichmuth die Ergebnisse des Freienbacher Dialogs entgegen. Der Gemeinderat von Freienbach freut sich, die Bevölkerung am «Tag der offenen Baustellen» begrüssen zu dürfen und offeriert allen Besucherinnen und Besuchern eine Grillwurst mit Getränk.

18. Juni 2012