Verkehrsgespräch Wilen gestartet

Am 19. Februar hat in Pfäffikon ein erstes Treffen der Mitwirkungsgruppe «Verkehrsgespräch Wilen» stattgefunden. Die Diskussion wurde engagiert und sachlich geführt. Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass eine Lösung der Verkehrsprobleme in und um Wilen nur gemeinsam im Gespräch mit Wollerau möglich sein wird.

Bereits am 4. Dezember 2012 haben rund 100 Personen an einer für die Wiler Bevölkerung öffentlichen Veranstaltung teilgenommen. Initiiert worden ist das Wiler Verkehrsgespräch vom kantonalen Baudepartement und von den Behörden der Gemeinde Freienbach. Für die weiterführenden Verkehrsgespräche mit Wilen wurde an diesem Abend eine 18-köpfige Mitwirkungsgruppe gebildet. Diese besteht aus fünf Vertreterinnen und Vertretern aus Wilen, aus Abgeordneten der Ortsparteien und der IG Freizeit Wilen, Vertretern der Tiefbaukommission Freienbach sowie aus Behördenmitgliedern und Fachleuten des Kantons und der Gemeinde. Die Ziele des Verkehrsgesprächs: Die verkehrstechnischen Fakten gemeinsam klären und verstehen sowie mehrheitsfähige Lösungsansätze für die Verkehrsprobleme in Wilen und Wollerau entwickeln.

Während den intensiv geführten Gesprächen unter der Leitung von Mediator Emanuel Wassermann wurde verschiedentlich die Meinung geäussert, man habe beim Höfner und Freienbacher Dialog ja schon über alles diskutiert; zudem sei der Fällmistunnel klar abgelehnt worden. Regierungsrat Othmar Reichmuth gab zu bedenken, dass dies für Freienbach zwar zutreffe, aber nicht für die Gemeinde Wollerau. Dort hätten die Stimmbürgerinnen und -bürger ein Ja in die Urne gelegt. Die Verkehrslösung für Wollerau liege jedoch noch nicht auf dem Tisch. Als Regierungsrat sei er auch dieser Gemeinde verpflichtet. Es müsse nicht zwingend der Bau des Fällmistunnel sein, wenn es eine bessere Lösung gebe. Aber vorerst wolle er alles noch einmal offen diskutieren, ohne Denkverbote. Beim Dialog mit der Bevölkerung sei der Bau des Vollanschlusses Halten mit Zubringer als dringende Massnahme an erster Stelle gefordert worden. Der Kanton habe dieses Anliegen aufgenommen. Das Variantenstudium für den Zubringer sei bereits im Gange, eben-so der Mitwirkungsprozess mit den direkt und indirekt Betroffenen einer künftigen Linienführung.

Gemeindepräsident Daniel Landolt plädierte ebenfalls für die Mithilfe bei der Suche nach Lösungen der Verkehrsprobleme. Die Gruppe müsse es sich erlauben, gegenüber den anstehenden Herausforderungen eine offene Denkhaltung einzunehmen. Unter den gleichen Bedingungen, wie der Fällmistunnel damals aufgelegt worden sei, habe er jedoch jetzt keine Chance. Das stehe für ihn, Landolt, nicht zur Diskussion.

Zusammenfassend steht nach der ersten Zusammenkunft Folgendes fest: Handlungsbedarf auf Seiten des Kantons sieht die Gruppe beim Beschaffen von Grundlagen, die für die Weiterführung der Gespräche in der Gruppe zwingend sind. Gemeint sind fachtechnische Fakten und vor allem Verkehrszahlen. Gewünscht werden zudem Informationen, wie sich die geplanten grossen Bauprojekte im Bereich Wohnen und Gewerbe auf das Strassennetz auswirken. Im Weiteren priorisieren die Teilnehmenden den Vollanschluss Halten mit Zubringer. Anerkannt wird, dass die Wiler Bevölkerung Verkehr verursacht und deshalb auch in der Verantwortung gegenüber Wollerau steht. Von der Gemeinde Wollerau wird erwartet, dass auch sie Hand dazu bietet, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Sobald die gewünschten fachtechnischen Unterlagen vorliegen, werden die Behörden eine nächste Zusammenkunft mit der Gruppe einberufen.